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Preise und Förderung

Photovoltaik Kosten 2026 in Österreich: was eine Anlage wirklich kostet

Aktuelle Preise pro kWp, Beispielrechnungen für 5, 10 und 15 kWp und eine ehrliche Amortisationsrechnung. Jede Zahl mit Quelle.

myosolar Editorial Team, RedaktionVeröffentlicht 1. August 2026Aktualisiert 3. August 20266 Min. Lesezeit

Wie wir jede Zahl prüfenZuletzt geprüft 3. August 2026

Monteure installieren Solarmodule auf einem Dach

Das Wichtigste in Kürze

  • Schlüsselfertig kostet eine Anlage 1.800 Euro bis 2.500 Euro pro kWp.
  • Eine 10-kWp-Anlage kostet rund 21.500 Euro und produziert etwa 10.500 kWh pro Jahr.
  • Selbst genutzter Strom ist 5 mal so viel wert wie eingespeister Strom.
  • Die Amortisation liegt bei rund 14 Jahren, ohne Strompreissteigerung gerechnet.

Eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage kostet aktuell zwischen 1.800 Euro und 2.500 Euro pro kWp. Für ein Einfamilienhaus mit 10 kWp sind das rund 21.500 Euro. Dieser Ratgeber zeigt, woraus sich der Preis zusammensetzt, was die Anlage im Jahr einbringt und nach wie vielen Jahren sie sich bezahlt macht. Jede Zahl ist mit ihrer Quelle hinterlegt.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Die Umsatzsteuerbefreiung für Photovoltaikanlagen ist mit 1. April 2025 ausgelaufen, seither gilt wieder der Regelsteuersatz von 20 Prozent. Einen gesetzlich fixierten Einspeisetarif gibt es in Österreich nicht: die Vergütung hängt vom Abnehmer und vom Marktpreis ab und schwankt entsprechend.

Kosten nach Anlagengröße

Jahresertrag

  • 5 kWp5.250 kWh
  • 10 kWp10.500 kWh
  • 15 kWp15.750 kWh
Kosten nach Anlagengröße
Zahlen anzeigen
AnlagengrößeGesamtkostenJahresertragErsparnis pro Jahr
5 kWp9.000 Euro - 12.500 Euro5.250 kWh764 Euro
10 kWp18.000 Euro - 25.000 Euro10.500 kWh1.528 Euro
15 kWp27.000 Euro - 37.500 Euro15.750 kWh2.292 Euro

Was die Anlage einbringt

Der größte Hebel ist nicht die Einspeisung, sondern der selbst genutzte Strom. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 32,72 Cent, jede eingespeiste bringt 6,77 Cent. Bei einer 10-kWp-Anlage mit 10.500 kWh pro Jahr und einem Eigenverbrauch von 30 Prozent ergibt das rund 1.031 Euro eingesparte Stromkosten und 498 Euro Einspeisevergütung, zusammen etwa 1.528 Euro pro Jahr.

Wann sich die Anlage rechnet

Aus Investition und Jahresertrag ergibt sich für die 10-kWp-Anlage eine Amortisationszeit von rund 14 Jahren. Die Rechnung ist bewusst einfach gehalten: keine Strompreissteigerung, keine Finanzierungskosten, keine Degradation der Module, kein Wechselrichtertausch. Wer diese Effekte berücksichtigt, kommt je nach Annahme auf ein bis drei Jahre Abweichung.

Was den Preis bestimmt

  • Module, nicht ganz ein Viertel der Gesamtkosten in der Kostenaufstellung der IEA PVPS für Wohnhausanlagen von 5 bis 10 kW
  • Wechselrichter, das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer
  • Unterkonstruktion, abhängig von Dachtyp und Eindeckung
  • Montage und Elektroinstallation, der größte Personalkostenblock
  • Gerüst, Anmeldung und Dokumentation

Lohnt sich ein Stromspeicher?

Ein Stromspeicher kostet aktuell zwischen 400 Euro und 800 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Er hebt den Eigenverbrauch typischerweise von etwa 30 auf etwa 60 Prozent. Ob sich das rechnet, hängt vom Abstand zwischen Strompreis und Einspeisevergütung ab: je größer dieser Abstand, desto eher lohnt sich der Speicher.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?
Module werden üblicherweise mit einer Leistungsgarantie über 25 bis 30 Jahre verkauft. Der Wechselrichter ist das Bauteil, das am ehesten vor Ende der Anlagenlaufzeit ersetzt werden muss.
Sind die genannten Preise inklusive Montage?
Ja. Alle Preise pro kWp in diesem Ratgeber beziehen sich auf eine schlüsselfertige Anlage inklusive Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion und Installation.
Wie viel Umsatzsteuer fällt in Österreich auf eine Photovoltaikanlage an?
Seit 1. April 2025 gilt wieder der Regelsteuersatz von 20 Prozent, die davor befristete Umsatzsteuerbefreiung ist ausgelaufen. Die 1.800 Euro bis 2.500 Euro pro kWp in diesem Ratgeber sind Endpreise inklusive Umsatzsteuer. Wer ein älteres Angebot zum Vergleich heranzieht, muss prüfen, ob dort noch die Befreiung eingerechnet war.
Gibt es 2026 einen Investitionszuschuss für Photovoltaik?
Ja, den EAG-Investitionszuschuss, der nicht laufend, sondern in zeitlich begrenzten Fördercalls vergeben wird. Für Anlagen bis 10 kWp beträgt der fixe Fördersatz 150 Euro pro kWp, von 10 bis 20 kWp sind es 140 Euro pro kWp. Weil das Budget je Call begrenzt ist, entscheidet in diesen beiden Kategorien die Reihenfolge der Einreichung, die Unterlagen sollten also zum Start des Calls fertig sein.
Was ist im Preis pro kWp nicht enthalten?
Der Preis pro kWp deckt Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage und Elektroinstallation sowie Gerüst, Anmeldung und Dokumentation ab. Nicht enthalten ist der Stromspeicher: er kostet zusätzlich 400 Euro bis 800 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Fragen Sie im Angebot ausdrücklich nach, ob Gerüst und Netzanmeldung als eigene Positionen ausgewiesen sind.
Was bekomme ich in Österreich für den eingespeisten Strom?
Österreich hat keinen gesetzlich fixierten Einspeisetarif. Wer den Überschuss über die OeMAG abgibt, wird nach deren Marktpreismechanismus abgerechnet, den jeweils gültigen Marktpreis veröffentlicht die OeMAG selbst unter oem-ag.at/marktpreis. Alternativ kaufen Energieversorger den Überschuss zu eigenen Tarifen an, die sich zwischen den Anbietern deutlich unterscheiden. Deshalb trägt in Österreich vor allem der Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit.
Wie viel vom Preis entfällt auf Material und wie viel auf die Arbeit?
In der Kostenaufstellung der IEA PVPS für eine Aufdachanlage von 5 bis 10 kW in Österreich im Jahr 2024 kosten die Module 358,5 Euro je Kilowatt, bei Gesamtkosten von 1.550,6 Euro je Kilowatt ohne Umsatzsteuer. Das ist nicht ganz ein Viertel. Der Rest verteilt sich auf Wechselrichter, Unterkonstruktion und übrige Elektrik sowie auf Planung, Montage und Elektroinstallation, den größten Personalkostenblock. Genau deshalb schlägt ein gefallener Modulpreis nur gedämpft auf den Endpreis durch.

Quellen

  1. Eurostat, Strompreise für Haushalteec.europa.eu
  2. WKO, Streichung der Umsatzsteuerbefreiungwko.at
  3. Salzburg AG, PV-Kostenrechnersalzburg-ag.at
  4. WKO, EAG-Investitionszuschuss 2026 für Photovoltaik und Stromspeicherwko.at
  5. Verbraucherzentrale, Batteriespeicher (Preisspanne als Näherung)verbraucherzentrale.de
  6. IEA PVPS, National Survey Report Österreich 2024, Kostenaufstellung Wohnhausanlage 5 bis 10 kWiea-pvps.org

Wir sagen Ihnen, wenn sich die Regeln ändern

Eine E-Mail, wenn sich Tarif, Förderung oder Steuerregel in Ihrem Land ändern. Sonst nichts.

Frankreich hat die Einspeisevergütung am 5. Juni 2026 gesenkt, Deutschland senkt am 1. Februar 2027 um 1 Prozent, die Schweiz stellt am 1. Januar 2027 auf stündliche Preise um. Sie hätten es gewusst.

Verfasst von

myosolar Editorial Team

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