Zum Inhalt springen

Preise und Förderung

Photovoltaik-Förderung in Österreich 2026: EAG-Zuschuss, Fördercalls und Länderprogramme

Der EAG-Investitionszuschuss zahlt 2026 bis zu 150 Euro pro kWp und 150 Euro pro kWh Speicher, eingereicht wird in Fördercalls. Dazu kommen Länderprogramme und ein marktabhängiger Einspeiseerlös: die Übersicht mit belegten Zahlen.

myosolar Editorial Team, RedaktionVeröffentlicht 2. August 2026Aktualisiert 3. August 20267 Min. Lesezeit

Wie wir jede Zahl prüfenZuletzt geprüft 3. August 2026

Tiroler Dorf mit Solardächern vor Bergkulisse

Das Wichtigste in Kürze

  • Der EAG-Investitionszuschuss zahlt 2026 für Anlagen bis 10 kWp 150 Euro pro kWp, für gemeinsam beantragte Speicher 150 Euro pro kWh.
  • 2026 gibt es drei Fördercalls; das letzte angekündigte Zeitfenster läuft vom 8. bis 22. Oktober 2026.
  • Seit 1. April 2025 gilt beim Kauf wieder der volle Umsatzsteuersatz von 20 Prozent, der Nullsteuersatz ist ausgelaufen.
  • Österreich hat keine fixe Einspeisevergütung: Die OeMAG zahlt einen monatlich festgelegten Marktpreis, 2026 laut stromliste.at rund 5 bis 11 Cent pro kWh.
  • Länderförderungen laufen unabhängig vom Bund; verlässlich ist nur die aktuelle Auskunft der Förderstelle des Bundeslandes.

Die wichtigste Photovoltaik-Förderung in Österreich ist 2026 der EAG-Investitionszuschuss: einmalig 120 bis 150 Euro pro kWp, abgewickelt von der OeMAG, plus 150 Euro pro kWh für einen gemeinsam beantragten Stromspeicher. Dazu kommen eigene Programme der Bundesländer und die Vergütung für eingespeisten Überschussstrom, die in Österreich nicht gesetzlich fixiert ist, sondern dem Marktpreis folgt. Dieser Beitrag ordnet alle drei Ebenen ein, mit den Fördercall-Terminen 2026, einem Rechenbeispiel und den Zahlen, die Sie für die Planung brauchen.

Wer die Förderlandschaft verstehen will, muss nur drei Ebenen auseinanderhalten: den Bund mit dem Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, die neun Bundesländer mit eigenen, laufend wechselnden Programmen und den Erlös für Überschussstrom, der keine Förderung im engeren Sinn ist, aber in jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung steht. Alle drei folgen unterschiedlichen Regeln und Fristen.

Der EAG-Investitionszuschuss: die zentrale Bundesförderung

Rechtsgrundlage ist das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, kurz EAG. Es sieht laut oesterreich.gv.at einen einmaligen Investitionszuschuss für die Errichtung oder Erweiterung einer an das Stromnetz angeschlossenen Photovoltaikanlage vor. Abgewickelt wird die Förderung von der OeMAG, der Abwicklungsstelle für Ökostrom. Gefördert werden laut Wirtschaftsministerium Anlagen bis 1 MWp, aufgeteilt in vier Größenkategorien von A bis D.

Die Sätze sind nach Anlagengröße gestaffelt: Kleine Anlagen bekommen pro kWp am meisten. Für Stromspeicher gibt es zusätzlich 150 Euro pro kWh Speicherkapazität, allerdings nur, wenn der Speicher gemeinsam mit der Photovoltaikanlage beantragt wird. Einen eigenständigen Speicherantrag sieht das EAG-System nicht vor.

EAG-Investitionszuschuss für Photovoltaik in den Fördercalls 2026 (Quelle: oesterreich.gv.at, Stand Jänner 2026)
KategorieAnlagengrößeZuschuss
Abis 10 kWp150 Euro pro kWp
Büber 10 bis 20 kWp140 Euro pro kWp
Cüber 20 bis 100 kWpmaximal 130 Euro pro kWp
Düber 100 bis 1.000 kWpmaximal 120 Euro pro kWp
Speichernur gemeinsam mit dem PV-Antrag150 Euro pro kWh

Zur Einordnung: Bei einer Einfamilienhausanlage deckt der Zuschuss je nach Systempreis grob ein Zehntel bis ein Sechstel der Investition. Er verbessert die Rechnung spürbar, trägt sie aber nicht allein.

Fördercalls 2026: nur in diesen Zeitfenstern läuft die Einreichung

Der Zuschuss ist nicht durchgehend verfügbar. Beantragt wird in Fördercalls, also zeitlich begrenzten Fenstern, in denen die OeMAG Anträge entgegennimmt. Für 2026 nennt oesterreich.gv.at mit Stand Jänner 2026 drei Calls, die jeweils für alle vier Kategorien gelten:

  • 23. April bis 11. Mai 2026
  • 16. Juni bis 30. Juni 2026
  • 8. bis 22. Oktober 2026

Die ersten beiden Fenster sind bereits vorbei. Aus heutiger Sicht ist der Call vom 8. bis 22. Oktober 2026 der letzte angekündigte Termin des Jahres. Wer ihn verpasst, wartet auf das Förderjahr 2027.

Made-in-Europe-Bonus

Seit dem zweiten PV-Fördercall 2025 gibt es laut Wirtschaftsministerium einen Bonus für europäische Komponenten: jeweils 10 Prozent zusätzlich für Photovoltaikmodule, Wechselrichter und Speicher, die die Herkunftskriterien erfüllen. Ob ein teureres europäisches Produkt den Bonus wert ist, bleibt eine Einzelfallrechnung: Bei einem Zuschuss von 1.500 Euro macht der Modulbonus 150 Euro aus.

Marktprämie für größere Anlagen

Neben dem Zuschuss kennt das EAG die Marktprämie für neu errichtete Anlagen über 10 kWp, vergeben über wettbewerbliche Ausschreibungen mit Geboten und Sicherheitsleistungen. Für private Hausdächer ist praktisch immer der Investitionszuschuss das passende Instrument; die Marktprämie zielt auf Gewerbe- und Freiflächenprojekte.

Rechenbeispiel: 7-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher

So wirkt die Förderung bei einer typischen Anlagengröße für ein Einfamilienhaus. Eine 7-kWp-Anlage fällt in Kategorie A, dazu ein 10-kWh-Speicher:

  • Zuschuss Photovoltaik: 7 kWp mal 150 Euro ergibt 1.050 Euro
  • Zuschuss Speicher: 10 kWh mal 150 Euro ergibt 1.500 Euro
  • Summe Förderung: 2.550 Euro

Dem stehen die Anschaffungskosten gegenüber. Schlüsselfertige Anlagen kosten in Österreich laut dem Kostenrechner der Salzburg AG derzeit 1.800 bis 2.500 Euro pro kWp, inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer (Stand Oktober 2025). Eine 7-kWp-Anlage liegt damit ohne Speicher bei 12.600 bis 17.500 Euro. Rechnet man den Speicher mit marktüblichen 400 bis 800 Euro pro kWh dazu, deckt die Förderung von 2.550 Euro grob 10 bis 15 Prozent der Gesamtinvestition. Die Speicherspanne stammt von der deutschen Verbraucherzentrale und dient mangels belastbarer österreichischer Quelle als Näherung.

Umsatzsteuer: seit 1. April 2025 wieder 20 Prozent

Von 1. Jänner 2024 bis Ende März 2025 galt für die Lieferung und Installation kleiner Photovoltaikanlagen bis 35 kWp auf Wohngebäuden ein Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer. Diese Ausnahme ist Geschichte: Laut dem Photovoltaikerlass des Finanzministeriums endete der Nullsteuersatz mit 31. März 2025, seither gilt wieder der Regelsteuersatz von 20 Prozent.

Die Folge für Käufer: Eine Anlage mit unverändertem Nettopreis kostet heute um ein Fünftel mehr als 2024. Der EAG-Zuschuss ist damit wieder die wichtigste finanzielle Entlastung beim Kauf, und sein Timing entscheidet mit.

Länderförderungen: der zweite Topf

Unabhängig vom Bund fördern mehrere Bundesländer Photovoltaikanlagen oder Speicher aus eigenen Programmen. oesterreich.gv.at nennt als Beispiele Kärnten, Salzburg, Vorarlberg und Wien. Jedes Programm arbeitet eigenständig: eigenes Budget, eigene Sätze, eigene Fristen und eigene Regeln, ob und wie sich die Landesförderung mit dem EAG-Zuschuss kombinieren lässt.

Konkrete Cent- und Eurobeträge der neun Landesprogramme drucken wir hier bewusst nicht ab: Sie ändern sich mehrmals jährlich, Budgets sind oft nach Wochen erschöpft, und veraltete Zahlen bleiben lange im Netz stehen. Verlässlich ist die Förderstelle des eigenen Bundeslandes; die Linksammlung zu allen Landesprogrammen führt oesterreich.gv.at.

Als weitere Anlaufstelle verweist oesterreich.gv.at auf den Klima- und Energiefonds, der wechselnde Programme für erneuerbare Energie auflegt. Für private Aufdachanlagen ist 2026 aber der EAG-Zuschuss der Standardweg.

Einspeisevergütung: wie Überschussstrom bezahlt wird

Österreich kennt, anders als Deutschland mit seiner EEG-Vergütung, keinen fixen gesetzlichen Einspeisetarif. Für den Überschussstrom gibt es zwei Wege: den Verkauf an die OeMAG oder einen Abnahmevertrag mit einem Energieversorger.

Die OeMAG ist laut dem Branchenverband Photovoltaic Austria verpflichtet, angebotenen Ökostrom abzunehmen. Sie zahlt dafür einen Marktpreis, der monatlich im Nachhinein festgelegt wird und in Monaten mit niedrigen Börsenpreisen bis zu 40 Prozent unter dem Quartalsreferenzwert liegen kann. Zusätzlich zieht die OeMAG Aufwendungen für Ausgleichsenergie ab. Den jeweils geltenden Wert veröffentlicht sie auf oem-ag.at.

Zur Größenordnung: Das Vergleichsportal stromliste.at beziffert die OeMAG-Vergütung für 2026 mit rund 5 bis 11 Cent pro kWh, abhängig von der Marktlage. Einen tagesaktuellen Wert nennen wir bewusst nicht, weil er monatlich neu entsteht. Wer stattdessen an einen Versorger verkauft, vergleicht die Angebote am besten über den Tarifkalkulator der E-Control.

Für die Wirtschaftlichkeit heißt das: Selbst verbrauchter Strom ersetzt Netzstrom zu 32,72 Cent pro kWh (Eurostat, zweites Halbjahr 2025, Haushalte mit 2.500 bis 4.999 kWh Jahresverbrauch, alle Steuern und Abgaben enthalten), eingespeister bringt nur einen Bruchteil davon. Eigenverbrauch schlägt Einspeisung deutlich.

So gehen Sie 2026 vor

  1. Anlage planen und Angebote einholen; über den Speicher gleich mitentscheiden, weil der Speicherzuschuss nur gemeinsam mit dem PV-Antrag möglich ist.
  2. Fördercall-Termin auf oem-ag.at prüfen und alle Unterlagen vor dem Zeitfenster bereitlegen.
  3. Antrag während des Calls bei der OeMAG stellen; die Details regelt der jeweils aktuelle Leitfaden.
  4. Parallel die Landesförderung prüfen und die Kombinierbarkeit mit dem EAG-Zuschuss klären.
  5. Nach der Errichtung fristgerecht abrechnen und die Vermarktung des Überschusses festlegen: OeMAG-Marktpreis oder Versorgertarif.

Häufige Fehler bei der Förderplanung

  • Den Speicher später nachrüsten wollen und damit den Speicherzuschuss verlieren, weil er einen gemeinsamen Antrag voraussetzt.
  • Mit Preisangaben aus der Zeit des Nullsteuersatzes kalkulieren; seit 1. April 2025 kommen wieder 20 Prozent Umsatzsteuer auf den Nettopreis.
  • Ein Angebot unterschreiben, ohne den nächsten Fördercall und die Vergaberegeln des aktuellen Calls zu kennen.
  • Länderbudgets als dauerhaft ansehen; viele Programme sind nach wenigen Wochen ausgeschöpft.
  • Die Einspeisevergütung als Fixgröße einplanen, obwohl sie in Österreich monatlich mit dem Markt schwankt.

Was die Förderung 2026 unterm Strich bedeutet

Die Förderkulisse 2026 belohnt Planung mehr als Eile. Der EAG-Zuschuss von 150 Euro pro kWp in Kategorie A ist fix kalkulierbar, die Fördercalls geben den Takt vor, und die 20 Prozent Umsatzsteuer seit April 2025 sind eine feste Größe in jedem Angebot. Variabel bleibt allein der Einspeiseerlös, der mit dem Strommarkt schwankt. Wer die Anlage so auslegt, dass möglichst viel Strom im eigenen Haus verbraucht wird, macht die Rechnung unabhängiger von dieser einen unsicheren Größe.

Die sinnvolle Reihenfolge der Entscheidungen sieht deshalb so aus: zuerst die Anlagengröße am eigenen Verbrauch ausrichten, nicht an der maximalen Dachfläche. Dann den Speicher ehrlich durchrechnen, denn er kostet marktüblich 400 bis 800 Euro pro kWh und bringt den Zuschuss von 150 Euro pro kWh nur beim gemeinsamen Antrag. Danach den Fördercall im Oktober als Termin setzen und parallel die Landesförderung des eigenen Bundeslandes abklopfen. Erst zum Schluss die Einspeisefrage klären, denn sie hat von allen Faktoren den kleinsten Hebel: Bei rund 5 bis 11 Cent pro kWh liegt der Erlös weit unter den 32,72 Cent, die jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt.

Häufige Fragen

Wann ist der nächste Photovoltaik-Fördercall 2026?
Laut oesterreich.gv.at, Stand Jänner 2026, läuft das letzte angekündigte Zeitfenster des Jahres vom 8. bis 22. Oktober 2026. Die Fenster im April, Mai und Juni sind bereits vorbei. Verbindlich ist die Ankündigung der OeMAG auf oem-ag.at, denn Termine können sich unterjährig ändern.
Wie hoch ist der EAG-Zuschuss für eine 10-kWp-Anlage?
Anlagen bis 10 kWp fallen in Kategorie A mit 150 Euro pro kWp, das ergibt 1.500 Euro. Dazu können 150 Euro pro kWh für einen gemeinsam beantragten Speicher und der Made-in-Europe-Bonus von 10 Prozent je Komponente kommen. Quelle: oesterreich.gv.at und Wirtschaftsministerium, Stand Jänner 2026.
Wird ein Stromspeicher auch ohne neue PV-Anlage gefördert?
Im EAG-System nicht: Der Speicherantrag ist laut Wirtschaftsministerium nur gemeinsam mit dem Förderantrag für die Photovoltaikanlage möglich. Einzelne Bundesländer haben aber eigene Speicherprogramme. Fragen Sie bei der Förderstelle Ihres Bundeslandes nach dem aktuellen Stand.
Gibt es 2026 noch die Umsatzsteuerbefreiung für PV-Anlagen?
Nein. Der Nullsteuersatz galt von Jänner 2024 bis 31. März 2025 und ist laut Photovoltaikerlass des Finanzministeriums ausgelaufen. Seit 1. April 2025 gilt wieder der Regelsteuersatz von 20 Prozent auf Lieferung und Montage.
Was zahlt die OeMAG aktuell für eingespeisten Strom?
Die OeMAG vergütet zum Marktpreis, der monatlich im Nachhinein festgelegt wird und laut Photovoltaic Austria bis zu 40 Prozent unter dem Quartalsreferenzwert liegen kann; Ausgleichsenergiekosten werden abgezogen. stromliste.at nennt für 2026 eine Spanne von rund 5 bis 11 Cent pro kWh. Den tagesaktuellen Wert veröffentlicht die OeMAG auf oem-ag.at.
Kann ich Bundes- und Landesförderung kombinieren?
Das regelt jedes Landesprogramm selbst, eine einheitliche Antwort gibt es nicht. Manche Programme lassen die Kombination mit dem EAG-Zuschuss zu, andere schließen sie aus oder deckeln die Gesamtförderung. Klären Sie die Frage vor der Antragstellung mit der Förderstelle des Landes oder Ihrem Installateur.

Quellen

  1. oesterreich.gv.at: Photovoltaik-Förderaktionen und weitere Umweltförderungen (Stand 21. Jänner 2026)oesterreich.gv.at
  2. BMWET: Das Photovoltaik-Fördersystem im Überblickbmwet.gv.at
  3. BMF: Photovoltaikerlass, GZ 2025-0.461.257 vom 30. Juli 2025findok.bmf.gv.at
  4. Photovoltaic Austria: Strom verkaufenpvaustria.at
  5. stromliste.at: Einspeisetarife für PV-Anlagenstromliste.at
  6. Salzburg AG: PV-Kostenrechnersalzburg-ag.at
  7. Eurostat: Strompreise für Haushalte (nrg_pc_204)ec.europa.eu

Wir sagen Ihnen, wenn sich die Regeln ändern

Eine E-Mail, wenn sich Tarif, Förderung oder Steuerregel in Ihrem Land ändern. Sonst nichts.

Frankreich hat die Einspeisevergütung am 5. Juni 2026 gesenkt, Deutschland senkt am 1. Februar 2027 um 1 Prozent, die Schweiz stellt am 1. Januar 2027 auf stündliche Preise um. Sie hätten es gewusst.

Verfasst von

myosolar Editorial Team

Redaktion

Die myosolar Redaktion recherchiert und aktualisiert jeden Artikel mit belegten Quellen.

Preise und Förderung

Lohnt sich Photovoltaik in Österreich 2026? Die ehrliche Rechnung

Ja, aber langsamer als zu Zeiten des Nullsteuersatzes: Mit 20 Prozent Umsatzsteuer, hohem Strompreis und marktabhängiger Einspeisung amortisiert sich eine typische Anlage in 11 bis 14 Jahren. Die Rechnung im Detail, jede Zahl mit Quelle.

Aktualisiert 3. August 20268 Min. Lesezeit